Bodyweight-Training – es gibt Grenzen

Bodyweight-Training ist cool, aber…

In meinem letzten Artikel habe ich dir ja einiges über meine „neue Entdeckung“ Bodyweight-Training erzählt. Bodyweight-Training ist ein – wie könnte es anders sein – aus Amerika zu uns geschwappter Fitnesstrend. Mittlerweile reden alle nur noch von Cross-Fit oder Bodyweight-Training. Letzteres ist deshalb so attraktiv, da es komplett ohne Geräte auskommt.

Die Ideen hinter dem Bodyweight-Training sind folgende:

  • Du benötigst keine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio
  • Du kannst jederzeit und überall trainieren
  • Du kannst den Schwierigkeitsgrad des Trainings beliebig anpassen.

Zusätzlich gilt Bodyweight-Training als besonders gesund und gelenkschonend.

Inzwischen ist ein wenig Zeit vergangen und ich muss sagen, ich liebe Bodyweight-Training nach wie vor, aber die Geschichte mit „wann ich will, was ich will und wo ich will“ stimmt nicht zu einhundert Prozent, denn das Bodyweight-Training hat ein paar Grenzen.

Unterschiedliche Winkel und Muskelgruppen

Wenn du dich mit Bodyweight-Training beschäftigst, wirst du schnell auf die folgende Übung stoßen: Zur Stimulierung der Brustmuskulatur beim Bodyweight-Training wird empfohlen, die Füße höher zu stellen.
Das kannst du, wenn du möchtest, so weit betreiben, bis du deine Liegestütze quasi im Handstand absolvierst. Was hierbei leider oft vergessen wird ist der Umstand, dass durch die Winkelveränderungen andere Muskelgruppen beansprucht werden, als eigentlich beabsichtigt. Bei einem Handstand wird z.B. die Schultermuskulatur viel stärker beansprucht, als die Brustmuskulatur. Wenn du Liegestütze mit erhöhten Beinen durchführst, wird der Schwerpunkt deines Körpers auf einen anderen Bereich verlagert, wie bei klassischen Liegestützen. Das Gefühl, die Übungen seien schwieriger (und die daraus oft abgeleitete Folgerung, sie „bringen daher mehr“) liegt einfach daran, dass deine mit den veränderten Übungen belasteten Muskeln schwächer ausgeprägt sind.

Dein effektives Bodyweight-Training kann nicht überall durchgeführt werden

Wenn du effektiv mit deinem Körpergewicht trainieren möchtest, kannst du das zwangsläufig nicht überall. Ein gutes Beispiel sind Klimmzüge: Diese solltest du möglichst nicht in einem Hotelzimmer an einer Garderobenstange durchführen. Es dürfte eventuell auch schwierig werden, im Hotelzimmer mit dem Springseil zu trainieren, ohne dass ein paar Minuten später der Hotelmanager vor der Tür steht, weil deinem „Untermieter“ die Decke auf den Kopf fällt.
Natürlich gibt es Alternativ-Übungen. Aber gerade Liegestütze, Klimmzüge oder das Training mit Springseil sind wichtige Basisübungen, um Muskeln aufzubauen.

Fazit: Ergänzend nutzen, aber nicht ausschließlich

Auch dieses Mal muss ich sagen, dass ich das Bodyweight-Training nutze, um eine Grundfitness aufzubauen. Ich mag es, ohne größere Aufwände fast überall ein paar kleine Trainingseinheiten absolvieren zu können. Ich finde allerdings, dass auch ein intensives Bodyweight-Training ein Fitnessstudio nicht vollständig ersetzen kann. Man stößt beim Bodyweight-Training irgendwann an natürliche (Körpergewicht) Grenzen, was die Effektivität betrifft. Und spätestens dann benötigst du Gewichte, wenn du weiter Muskeln aufbauen möchtest.
Die (also meine ;-)) Lösung lautet deshalb: Bodyweight-Training sehr gerne, aber ich sehe es als Ergänzung zu meinem normalen Programm im Fitnessstudio.

 

Titlepic: © kzenon / 123rf.com

2016-03-03T13:38:05+00:00 Fitness|0 Kommentare

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