Männer schnarchen – aber Frauen schnarchen auch

So ist das mit Klischees – mal treffen sie zu, und mal nicht. Eines davon ist, dass immer nur die Männer schnarchen. Das ist FALSCH! Es stimmt zwar, dass viele Männer schnarchen, aber Frauen schnarchen eben auch. Mit zunehmendem Alter schnarchen bis zu 60% der Männer, und bis zu 40% der Frauen.
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, die Frauen stehen den Männern beim Schnarchen in Dauer und Lautstärke in nichts nach!

Beim Schnarchen herrscht Gleichberechtigung

Ja, ich bin ein nicht-schnarchender Mann und lebe mit einer schnarchenden Frau zusammen. Das war am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig und ich hatte fast 2 Jahre lang immer Ohrstöpsel neben dem Bett stehen, die ich mir fast jede Nacht in die Ohren gedrückt habe. Anders konnte ich nicht schlafen. Inzwischen habe ich mich wohl daran gewöhnt, denn ich wache kaum noch vom Schnarchen meiner besseren Hälfte auf.
Wer jetzt denkt, ich sei mit einer handfesten Person vom Lande zusammen, der irrt sich. Mein Mädel ist eine sehr zarte Erscheinung. Nur mutiert sie nachts eben zu einem kanadischen Holzfäller! 🙂

Warum schnarcht man?

Es gibt nicht DIE Ursache für das Schnarchen. Generell wird beim Schnarchen der Luftstrom durch die Atemwege behindert. Bei den meisten Scharchenden tritt das Schnarchen abhängig von der Körperlage auf. Häufig kommt es in Rückenlage zum Schnarchen, wenn das im Schlaf erschlaffte Gaumensegel im Luftstrom der Atmung flattert. Da die Atmung dadurch erschwert wird, kann es zu einem Mangel an Sauerstoff kommen. Registriert dies der Körper, ändert der Schnarchende die Position.

Eine andere Ursache für das Schnarchen kann z.B. auch Übergewicht sein. Eine weitere Ursache kann in einer anatomischen Besonderheit vorliegen. Alkohol, Schlafmittel, Psychopharmaka und andere Arzneimittel können ebenfalls ein Grund für das Schnarchen sein. Chronische Entzündungen, Allergien oder eine verkrümmte Nasenscheidewand führen ebenfalls häufig zum Schnarchen.

Gefährlich kann es bei einem Schlafapnoe-Syndrom werden. Dabei erleidet der Schnarchende einen massiven Sauerstoffmangel. Dieses Syndrom kann sogar bis zum zeitweisen Atemstillstand führen. Diese schwerwiegende Schlafstörung wird auch als obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) bezeichnet. Wer darunter leidet, sollte schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen!

Was tun, wenn man schnarcht?

Im Zweifelsfall sollte tatsächlich ein Arzt aufgesucht werden. Das kann im ersten Schritt der Hausarzt oder gleich der HNO sein. Der muss klären, ob für das Schnarchen organische Gründe vorliegen. Falls dem so ist, müssen diese behandelt werden. In den meisten Fällen wird dies aber nicht der Fall sein.

Es gibt einige Möglichkeiten, „normales“ Schnarchen zu bekämpfen. Diese sind einfach umzusetzen, funktionieren aber leider nicht bei jedem.

  • Den Kopf nicht zu tief lagern
    Liegt der Kopf beim Schlafen zu tief, können die Nasenschleimhäute anschwellen und die Nasenatmung beeinträchtigen, sodass das Schnarchen auftritt.
    Allerdings solltest du den Kopf auch nicht zu hoch lagern, denn auch das kann zu einer abgeknicken Schlafhaltung und damit zu einer Atmungsbehinderung führen, ganz besonders in Rückenlage.
  • Alkohol und Medikamente vermeiden
    3-4 Stunden vor dem Schlafengehen sollte weder Alkohol getrunken noch stark entspannende Medikamente eingenommen werden.
  • Abnehmen
    Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion zu empfehlen. Da sich Fett auch im Rachenbereich ablagert und damit den Atemweg verengt, hilft Abnehmen möglicherweise schon, um das Schnarchen zu beenden.
  • Bei Allergien entsprechend Vorbeugen
    Bei bestehenden Allergien (z.B. Hausstaubmilben) sollten antiallergische Kissen und Bezüge verwendet werden. Es empfiehlt sich, spätestens nach 5 Tagen die Bettwäsche zu wechseln und alle 6-8 Wochen auch Kissen und Bettdecke zu waschen.
  • Lagerungshilfen
    Für Rückenschnarchen gibt es, sollten die obigen Tipps nicht helfen, auch die Möglichkeit, sich Tennisbälle in das Rückenteil des Pyjamas einzunähen oder beim Schlaf einen kleinen, mit Handtüchern gefüllten Rucksack, aufzusetzen. Damit wird das Schlafen auf dem Rücken vermieden.

Ehrlicherweise muss gesagt sein, dass diese Tipps bei starken Schnarchern möglicherweise keine Wirkung zeigen. In diesem Fall sollte das Thema mit dem Hausarzt besprochen werden. Oft hilft schon ein Nasenpflaster.

Für härtere Fälle gibt es verschiedene Schienen und Apparate, um Abhilfe zu schaffen. So gibt es eine Kiefer-Protrusionsschiene. Diese hält den Unterkiefer im Schlaf in einer bestimmten Position, damit die Zunge nicht nach hinten fallen und die Atemwege behindern kann. Es gibt eine Vorhofplatte, die die Mundatmung blockiert oder eine Gaumenspange, die das Verschließen des Luftkanals verhindert. In schweren Fällen kann eine Überdruckbeatmung (mit Hilfe einer Atemmaske) nötig sein.

Fazit: Wenn das Schnarchen sehr lange, sehr intensiv und sehr laut ist, solltest du (oder dein(e) Partner(in) 😉 einen Arzt aufsuchen. Einer englischen Studie zufolge gefährdet das Schnarchen nicht nur deine Gesundheit, sondern auf Dauer möglicherweise auch deine Beziehung. Das hängt wohl maßgeblich von der Lautstärke ab. Im Guinness-Buch der Rekorde ist ein Schnarchen mit einer Stärke von 93 dB eingetragen. Das entspricht dem Lärmpegel einer stark befahrenen Autobahn. Und wer möchte denn schon gerne direkt neben der Autobahn schlafen…

 

© Titelbild: racorn / 123RF Lizenzfreie Bilder

2016-03-29T16:21:43+00:00 360° Leben, Gesundheit|0 Kommentare

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