Warum es so wichtig ist, „Nein“ sagen zu können

Mach langsam. Lass dich nicht stressen. Genieße dein Leben.

Das sind eigentlich Sätze, die ich sowohl mir selbst als auch meinen Freunden immer wieder sage. Aber das Leben macht gerne was es will und so bin auch ich in den letzten Monaten wieder in die Stress-Falle getappt. (Zu?) viele Aufträge angenommen und von Früh bis Spät am rotieren. Genau das wollte ich eigentlich nicht mehr. Eines meiner Probleme ist, nicht wirklich „Nein“ sagen zu können. Das muss ich lernen. Schnell, denn sonst werde ich diesen Zustand immer nur temporär ändern können. Und ich möchte diesen gerne dauerhaft herstellen und etwas entspannter und entschleunigter durch’s Leben gehen.

Nein-sagen können ist wichtig!

Warum? Nun, ganz einfach – weil uns „Ja“-sagen zwar im Gespräch leichter fällt, uns aber hinterher in eine Situation bringt, in der wir eigentlich nicht sein möchten!

Das gilt nicht nur beruflich, sondern auch privat.

Sagst du z.B. „Nein“, wenn

  • du zu einem Familienessen eingeladen wirst, auf das du eigentlich gar nicht gehen möchtest?
  • ein guter Freund zum Xten Mal fragt, ob du ihm etwas Geld leihen kannst, ohne dass er bisher etwas zurück gezahlt hat?
  • jemand möchte, dass du eine unangenehme Aufgabe übernimmst?

Ja, es ist teilweise wirklich schwer, jemandem etwas abzuschlagen. Aber tatsächlich ist es so, dass wir mit einem „Ja“ zwar gut aus der Situation kommen, hinterher aber in einer unangenehmeren Situation stecken. Natürlich hilft man, wenn man kann und wenn es nicht ständig vorkommt. Aber meist kommt doch irgendwann eine Situation, in der ein „Nein“ angebracht ist.

Die folgenden Tipps können dir (und auch mir ;-)) helfen, solche Situationen besser zu meistern.

Tipps, die helfen, „Nein“ zu sagen!

  1. Nimm dir Zeit
    Du musst nicht gleich und auf der Stelle Ja oder Nein sagen. Nimm dir ein paar Minuten Bedenkzeit. Du kannst ruhig sagen, du möchtest 5 Minuten darüber nachdenken. Und tu das dann auch.

    • Wer möchte denn etwas von dir? Ist es ein Familienmitglied? Ein guter Freund?
    • Was genau möchte man von dir?
    • Ist das ok für dich?
    • Bedeutet es viel Aufwand?
    • Wie viel Zeit kostet es?
    • Möchtest du das wirklich tun oder ist es dir eher unangenehm?
  2. Warum ist es dir unangenehm, eventuell „Nein“ zu sagen?
    Versuche herauszufinden, was dich hemmt, einfach „Nein“ zu sagen. Das könnten z.B. Gründe sein wie

    • Angst, abgelehnt zu werden (weil du nicht tust, was man von dir möchte bzw. erwartet)
    • Angst vor Konsequenzen („Nein“-sagen kann besonders im beruflichen Umfeld zu Problemen und Konflikten führen)
    • das „gute“ Gefühl, gebraucht zu werden (aber ist es ein gutes Gefühl wenn Menschen nur immer zu dir kommen, wenn sie etwas von dir wollen?)
    • Mitleid (fällt es dir schwer, weil jemand auf die Dränendrüse drückt?)

    Versuche, die Situation objektiv einzuschätzen! Nimm dir – wie oben beschrieben – etwas Zeit und analysiere, wer was von dir möchte und ob du diese Aufgabe wirklich übernehmen möchtest.

  3. Mache dir die Folgen klar
    Du solltest dir im Klaren darüber sein, worauf du dich einlässt. Wenn du „Ja“ sagst, welche Konsequenzen hat das für dich persönlich?

    • Kostet es dich Geld?
    • Wieviel Zeit kostet es? Kommst du durch diese zusätzlichen Aufgaben in Stress? Musst du dafür andere Dinge, die dir wichtig sind, streichen?
  4. Erlaube dir selbst, „Nein“ zu sagen
    Nein, das ist kein Scherz ;-). Du solltest deine innere Einstellung dahingehend überprüfen:

    • Fühlst du dich schlecht, wenn du „Nein“ sagst?
    • Hast du das Gefühl, andere achten dich weniger, wenn du „Nein“ sagst?
    • Hast du das Gefühl, ein Egoist zu sein, weil du anderen nicht helfen willst?

    Du DARFST „Nein“ sagen. Das ist dein gutes Recht. Mach dir das unbedingt klar!

  5. Sag es auf die nette Tour
    Du musst ja nicht unbedingt „Nein“ mit drei Ausrufezeichen sagen. Wenn du möchtest, kannst du dein „Nein“ z.B. begründen. Das soll aber nicht als Rechtfertigung rüber kommen. Vielmehr soll es deinem Gegenüber erleichtern, das „Nein“ zu akzeptieren. Du kannst verständnisvoll sein und deinem Gegenüber klar machen, dass du seine Situation verstehst, ihm aber dennoch nicht helfen kannst, da du eigene Verpflichtungen hast. Oder du sagst nur teilweise „Nein“ 🙂 Geht nicht? Doch, das geht. Vielleicht ist ein Teil der Aufgabe ganz einfach machbar. Vielleicht macht es dir sogar Spaß. Dann biete doch an, einen Teil zu erledigen und sage nur „Nein“ zum unangenehmen Teil.

Hast du dir eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie du selbst mit einem „Nein“ umgehst, wenn du jemanden fragst? Bist du beleidigt? Oder kannst du ein „Nein“ akzeptieren? Bist du enttäuscht? Wütend?

Denke mal darüber nach. Auch andere haben nämlich das Recht, „Nein“ zu sagen… 😉

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